Shot Roulette: Regeln, Varianten und die Scheibe, die entscheidet

Drehscheibe mit Aufgabenfeldern neben Miniski mit Bindung und Skischuh-Shotglas mit Korken

Shot Roulette ist in zwei Minuten erklärt und läuft den ganzen Abend. Hier stehen die Regeln, sechs Varianten, ehrliche Mengenangaben und die Hausregeln, die verhindern, dass es kippt. Wer keinen Kessel im Schrank hat, spielt trotzdem mit – dafür reicht eine Scheibe oder ein Würfel.

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2026

Was ist Shot Roulette?

Ein Partyspiel für Erwachsene, im Handel auch als Schnaps-Roulette verkauft, das dem Roulette den Zufallsmechanismus abschaut: Statt auf Zahlen zu setzen, entscheidet ein Dreh, wer als Nächstes dran ist und was passiert. Im Handel gibt es dafür Sets mit einem kleinen Kessel, zwei Kugeln und sechzehn nummerierten Gläsern; es geht aber genauso mit einer Drehscheibe, einem Würfel oder einer Flasche.

💡 Übrigens: Wenn ihr keinen Kessel im Schrank habt – unser Miniski Roulette dreht statt der Kugel den Ski und zeigt damit gleichzeitig auf die Person und auf das Feld.

Shot Roulette: die Regeln in fünf Schritten

Das Grundspiel braucht keine Erklärung länger als eine Minute. So läuft eine Runde mit einem klassischen Set:

  1. Aufbauen. Der Kessel steht in der Tischmitte, ringsum die nummerierten Gläser, abwechselnd rot und schwarz. Alle sitzen so, dass jede Hand rankommt.
  2. Einschenken. Jedes Glas wird befüllt – nicht randvoll, sondern auf Shot-Maß. Was hineinkommt, entscheidet die Runde vorher gemeinsam.
  3. Drehen. Reihum dreht eine Person den Kessel und wirft die Kugel ein. Wo sie liegen bleibt, gilt.
  4. Treffer auflösen. Jedes Glas trägt zwei Zahlen, zusammen decken die sechzehn Gläser damit das ganze Zahlenfeld ab. Die getroffene Zahl zeigt auf ein Glas. Entweder trinkt, wer gedreht hat, oder die Person, der das Glas gehört – das legt ihr vorher fest, sonst diskutiert ihr beim ersten Treffer.
  5. Nachfüllen und Schluss. Leere Gläser werden nachgefüllt, damit der nächste Dreh funktioniert. Und die Runde vereinbart vorher, nach wie vielen Durchgängen Feierabend ist.

Alles andere sind Varianten, und die meisten davon ändern nur eine einzige Regel.

Was du brauchst: Gläser, Mengen, Scheibe

Der Standard im Handel ist ein Kessel mit sechzehn Gläsern, acht rot und acht schwarz, Durchmesser ungefähr dreißig Zentimeter. Es geht auch mit acht Gläsern, und es geht ganz ohne Kessel: Bei unserem Miniski Roulette dreht sich der Ski, die Gläser kommen aus eurem Schrank.

Zur Menge, die kein Anbieter hinschreibt: In Deutschland sind zwei Zentiliter ein einfacher Shot, vier ein doppelter; die Gläser der Spielsets fassen meist 2 cl, unser Skischuh-Glas ist auf 4 cl geeicht. Sechzehn Gläser à 2 cl sind 320 Milliliter, à 4 cl schon 640 – auf vier Personen gerechnet acht beziehungsweise sechzehn Zentiliter pro Kopf, bevor überhaupt nachgefüllt wird. Wer größer einschenkt, verkürzt den Abend; das ist keine moralische Aussage, sondern Mathematik. Rechnet lieber mit wenigen Durchgängen und füllt einen Teil der Gläser mit Wasser oder etwas Alkoholfreiem.

Wenn ihr ohnehin Gläser kauft: Echtglas steht stabiler als dünnes Plastik, und Gläser mit Bindung lassen sich nach dem Spiel weiterverwenden statt im Schrank zu verschwinden. Worauf es beim Montieren der Bindung ankommt, steht im Ratgeber zur Bindung.

Die sechs Varianten

Die Varianten unterscheiden sich darin, wer trinkt, wie viel Zufall im Spiel ist und ob am Ende jemand gewinnt.

1. Jeder sein Glas

Jede Person bekommt feste Nummern zugeteilt. Trifft die Kugel eine davon, ist klar, wer dran ist. Das ist die fairste Variante und die beste für größere Runden, weil niemand rechnen muss.

2. Wer dreht, trinkt

Die Kugel bestimmt nur das Glas, getrunken wird von der Person, die gedreht hat. Schneller Einstieg, weil nichts zugeordnet werden muss – aber jemand mit Pech kommt mehrfach hintereinander dran. Deshalb gehört hier die Passen-Regel dazu, siehe unten.

3. Rot gegen Schwarz

Zwei Teams, zwei Farben – im Handel rot gegen schwarz. Trifft es die eigene Farbe, bleibt das Glas stehen; trifft es die andere, wird abgeräumt. Viele Sets haben zusätzlich eine grüne Null als Joker: Wer sie trifft, darf bestimmen, wer trinkt. Die Scheibe unseres Miniski Roulettes ist ohnehin in zwei Farbhälften geteilt – grüne Felder auf der einen, rote auf der anderen Seite. Damit spielt ihr die Teamvariante, ohne irgendetwas umzubauen.

4. Mix and Match

Nicht in jedem Glas steckt dasselbe. Ein paar Gläser bekommen etwas Ungewöhnliches – Saft, Essiggurkenwasser, kalten Tee –, und niemand weiß, welches. Das nimmt Tempo raus, weil die Spannung von der Mischung kommt und nicht von der Menge.

5. Die Felder-Scheibe

Statt Zahlen stehen auf der Scheibe Felder mit Anweisungen. Der Dreh sagt dann nicht nur, wer dran ist, sondern auch, was passiert. Diese Variante ist der Kern dieses Artikels und steht gleich ausführlich unten.

6. Ohne Rad

Kein Kessel, keine Scheibe, trotzdem Roulette: Sechs Gläser, ein Würfel, drei davon mit Wasser gefüllt. Gewürfelte Zahl gleich Glas. Oder ihr dreht eine Flasche in der Tischmitte. Wer sich lieber etwas baut, findet Anleitungen bei den DIY-Trinkspielen.

Die Felder-Scheibe: warum acht Felder mehr tragen als Zahlen

Ein Kessel mit 36 Zahlen plus Null sagt dir nur, ob du getroffen hast. Eine Scheibe mit Feldern sagt dir, was passiert – und genau daran hängt, ob ein Spiel nach drei Runden langweilig wird oder den Abend trägt.

Bei unserer Variante sitzt der Miniski mit Bindung und Shotglas auf einem Drehsockel in der Scheibenmitte. Ein Antippen genügt, und die Skispitze zeigt beim Ausdrehen gleichzeitig auf eine Person und auf ein Feld. Ein Dreh beantwortet damit beide Fragen, für die es sonst Kessel und Kugel braucht. Der Ski dreht aus, acht Köpfe folgen der Spitze, und einer weiß zwei Sekunden vorher, dass er gemeint ist – diese zwei Sekunden Stille nimmt hinterher immer jemand mit der Kamera mit.

Auf der bedruckten Scheibe stehen acht Felder, auf Deutsch und Englisch: Trinken, Wahrheit, Pflicht, Ja, Nein, Gewonnen, Verloren – und Weiter. Das letzte Feld ist das wichtigste. Wer nicht will, dreht weiter, ohne dass jemand nachfragt. Das ist kein Zugeständnis, das steht so auf dem Spiel drauf.

Was bei den Feldern Wahrheit und Pflicht genau passiert, legt ihr vorher als Runde fest und haltet es kurz; Material dafür steht bei den Trinkspielen mit Fragen. Die freie Scheibe bleibt unbedruckt: Eure Hausregeln schreibt ihr selbst drauf – Karaoke, Jodeln, Küchendienst. Drei eigene Felder reichen, mehr wird unübersichtlich.

Die Acht-Felder-Runde

  1. Der Ski steht auf dem Drehsockel in der Scheibenmitte, alle sitzen im Kreis. Eine Person tippt ihn an.
  2. Wo die Spitze stehen bleibt, zählt doppelt: Sie zeigt auf eine Person und auf ein Feld.
  3. Trinken – die getroffene Person nimmt ihren Shot, alkoholfrei zählt gleich. Wahrheit oder Pflicht – hier gilt, was die Runde vorher vereinbart hat, maximal eine Minute lang. Ja oder Nein – wer getroffen ist, gibt eine offene Entscheidung an die Scheibe ab. Gewonnen oder Verloren – löst ein laufendes Duell auf. Weiter – abgeben ohne Erklärung, der Nächste dreht.
  4. Hausregel „Weiter zählt immer“: Jede und jeder darf einmal pro Runde von sich aus Weiter nehmen, auch wenn die Spitze etwas anderes anzeigt.
  5. Vorher festlegen, nach wie vielen Durchgängen Schluss ist. Wer das nicht tut, hört mitten drin auf, und es fühlt sich nach Abbruch an.

Alkoholfrei mitspielen

Ein Feld heißt Trinken; was dort hineinkommt, entscheidet jeder selbst, und eine alkoholfreie Reihe trägt eine ganze Runde genauso weit. Wichtig ist nur, dass es nicht nach Trostpreis aussieht: gleiche Gläser, gleiche Felder, gleiche Reihenfolge, gleiches Tempo.

Am besten funktioniert das, wenn die alkoholfreien Gläser genauso ernst gemeint sind wie die anderen – ein kalter, kräftiger Aufguss oder ein säuerlicher Shot schmeckt nach etwas, Leitungswasser nach Pause. Acht Rezepte dafür stehen bei den alkoholfreien Shots.

Hausregeln, die den Abend retten

Shot Roulette kippt selten wegen des Spiels, sondern wegen fehlender Absprachen. Vier Regeln reichen:

  • Weiter zählt immer. Passen ist kein Aussetzen und wird nicht kommentiert.
  • Wasser und etwas zu essen stehen auf dem Tisch, nicht in der Küche. Was nicht da steht, holt niemand.
  • Ein Ende ist vereinbart, bevor die erste Kugel fällt: eine feste Zahl an Durchgängen oder eine Uhrzeit.
  • Niemand schenkt für andere ein. Jeder füllt sein eigenes Glas – das regelt die Menge ganz von allein.

Und eine Begriffsklärung, weil sie in jeder zweiten Anleitung fehlt: „Russisch Roulette“ als Trinkspiel meint meist, dass ein Glas etwas deutlich Stärkeres enthält und niemand weiß, welches. Das ist keine Variante, die wir beschreiben, weil sie nur eine Richtung kennt. Der Reiz des Spiels liegt im Zufall, wer dran ist – nicht darin, wer am meisten abbekommt.

Shot Roulette auf der Hütte und im Schnee

Ein dreißig Zentimeter großer Kessel mit loser Kugel scheitert auf jedem Hüttentisch: Die Platte ist schief, die Kugel springt, und beim ersten Anstoßen liegt alles auf dem Boden. Eine flache Scheibe kommt ohne lose Kugel aus, und damit fällt schon mal nichts vom Tisch.

Und wenn die Runde zusammen anstoßen will, wird die Scheibe zur Seite geschoben: Der SwigSki3000® besteht aus vier Holzmodulen mit je einem Platz, jedes einzeln abnehmbar und abwischbar. Ein Platz misst 25 Zentimeter, vier Module ergeben also genau einen Meter, und wenn ihr mehr werdet, kommen Verlängerungen dazu – wir empfehlen bis acht Plätze. Am Shotski hört das Drehen auf: vier heben gleichzeitig an, und es ist der einzige Moment des Abends, in dem alle dasselbe tun.

Zwei Dinge gehören dazu: Echtglas hat auf der Piste, im Lift und im Park nichts zu suchen, sondern bleibt an den Tisch gebunden. Und zerlegt passt der Ski in den Rucksack, was ihn überhaupt erst hüttentauglich macht. Welche Länge zu welcher Runde passt, steht im Shotski-Ratgeber; wie ein ganzer Après-Ski-Abend abläuft, in unserem Ratgeber zur Après-Ski-Party.

Die fünf häufigsten Fehler

  1. Zu viele Gläser für zu wenige Leute. Sechzehn Gläser bei vier Personen heißt vier Gläser pro Kopf, bevor überhaupt nachgefüllt wird. Nehmt die halbe Menge.
  2. Nur Klares im Glas. Wenn alle Gläser gleich aussehen und gleich schmecken, ist nach zehn Minuten die Spannung weg.
  3. Unklare Zuordnung. Ob der Dreher trinkt oder der Besitzer des Glases, wird vorher festgelegt – nicht beim ersten Treffer ausdiskutiert.
  4. Wackeliger Tisch. Auf einer weichen Decke oder einem Campingtisch dreht nichts sauber aus. Feste, ebene Fläche, sonst fällt das Ergebnis dauernd anders aus.
  5. Kein Ende. Ohne vereinbarten Schlusspunkt läuft das Spiel, bis es niemandem mehr Spaß macht.

Wer nach dem Roulette noch etwas anderes braucht: Weitere Spiele stehen in unserer Übersicht zu Trinkspielen und bei den unkonventionellen Trinkspiel-Ideen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert Shot Roulette?

Ein Dreh entscheidet, wer als Nächstes dran ist: Beim klassischen Set fällt eine Kugel in ein nummeriertes Feld und zeigt damit auf ein Glas, bei einer Drehscheibe zeigt der Dreh auf ein Feld, und bei unserer Variante zeigt die Skispitze auf Person und Feld gleichzeitig.

Wie viele Gläser braucht man für Shot Roulette?

Der Handelsstandard sind sechzehn Gläser, acht rot und acht schwarz. Es funktioniert aber auch mit acht Gläsern oder ganz ohne Set: Bei einer Drehscheibe kommen die Gläser aus dem eigenen Schrank, gebraucht wird nur eines pro Person.

Für wie viele Personen ist Shot Roulette – und wie lange dauert eine Runde?

Zwei bis acht Personen funktionieren gut, darüber wird die Zuordnung unübersichtlich. Eine Runde dauert je nach Zahl der Durchgänge ungefähr dreißig bis sechzig Minuten.

Welches Getränk passt in die Gläser – und wie viel cl?

Zwei Zentiliter sind in Deutschland ein einfacher Shot, vier ein doppelter; die Gläser vieler Spielsets fassen 2 cl. Mischt Klares und Dunkles, damit man nicht sofort sieht, was kommt, und füllt einen Teil der Gläser bewusst mit Wasser oder etwas Alkoholfreiem.

Kann man Shot Roulette alkoholfrei spielen?

Ja, und zwar gleichwertig: gleiche Gläser, gleiche Felder, gleiches Tempo. Wichtig ist nur, dass die alkoholfreie Reihe nach etwas schmeckt – kalter, kräftiger Tee oder ein säuerlicher Shot statt Leitungswasser.

Was ist der Unterschied zwischen Shot Roulette und „Russisch Roulette“?

Beim Shot Roulette entscheidet der Zufall, wer dran ist. Mit „Russisch Roulette“ ist meist gemeint, dass ein Glas etwas deutlich Stärkeres enthält und niemand weiß, welches. Diese Variante beschreiben wir bewusst nicht – sie kennt nur eine Richtung.

Quellen: Produktangaben handelsüblicher Roulette-Sets (16 Gläser, 8 rot/8 schwarz, 2 Kugeln, Durchmesser rund 30 cm, 2–8 Personen) bei monsterzeug.de, otto.de und ebay.de; Spielregeln und Varianten bei spielregeln.de, beerpong.de und trinkspielzone.de; Ausschankmengen 2 cl und 4 cl nach geeichten Gläsern. Stand: September 2026.