Was heißt apres? Vom französischen Wort zum Abriss-Ski

Gesellige Après-Ski-Runde in einer Berghütte beim gemeinsamen Anstoßen

Es gibt wenige Wörter, die im Deutschen so oft falsch geschrieben werden wie dieses. „Abriss-Ski“ ist die schönste Variante — falsch, und trotzdem erwischt sie etwas Richtiges.

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2026

Was ist „après“? Und was heißt es auf Deutsch?
„Après“ ist das französische Wort für „nach“. Mehr steckt nicht dahinter. „Après-Ski“ heißt also wörtlich „nach dem Ski“ — genau wie „après-midi“ den Nachmittag bezeichnet, also die Zeit nach der Mitte des Tages.

💡 Übrigens: Für das „danach“ haben wir einen Meter Holz mit vier Plätzen gebaut — den SwigSki3000®. Mehr dazu weiter unten ↓

Was heißt „après“ auf Deutsch?

„Après“ heißt „nach“. Es ist eine ganz normale französische Präposition, ungefähr so aufregend wie das deutsche „nach“ oder das englische „after“. Der Ursprung liegt im Lateinischen: ad pressum, sinngemäß „dicht dabei“, woraus über das Spätlatein das französische après wurde.

Um dieses eine Wort wird im deutschen Sprachraum ein ziemliches Geheimnis gemacht. Es bedeutet nichts Exotisches — und schon gar nichts mit Alkohol. Es heißt: danach.

Wo das Wort im Französischen überall steckt

Aftershave, Nachmittag, übermorgen: In all diesen Wörtern steckt dasselbe „après“. Wer einmal darauf achtet, findet es in erstaunlich vielen französischen Ausdrücken, die längst auch bei uns herumliegen:

  • après-midi — der Nachmittag. Wörtlich: nach dem Mittag — und midi selbst kommt von „Mitte des Tages“.
  • après-demain — übermorgen. Also der Tag nach morgen.
  • après vous — „nach Ihnen“, die höfliche Floskel an der Tür.
  • d'après — „laut“, „nach Angaben von“. D'après lui heißt: ihm zufolge.
  • après coup — im Nachhinein, hinterher.
  • après-rasage — Aftershave. Dasselbe Wort, nur auf Französisch.
  • après-soleil — die After-Sun-Lotion aus der Drogerie.
  • après-shampooing — die Spülung nach dem Shampoo.
  • après-guerre — die Nachkriegszeit.

Das Muster ist immer dasselbe: après plus die Sache, nach der etwas kommt. Und genau nach diesem Muster ist auch das Wort gebaut, um das es hier geht.

Und was heißt dann „Après-Ski“?

Wörtlich: „nach dem Ski“. Gemeint ist alles, was nach dem Skifahren passiert — hinsetzen, aufwärmen, essen, trinken, irgendwann tanzen. Und, wenn es gut läuft, eine Runde am Shotski.

Was daraus in Österreich und Deutschland geworden ist, welche Getränke dazugehören, wann es losgeht und wo es am lautesten ist, steht ausführlich in unserem Hauptartikel: Was ist Apres Ski? Hier geht es um das Wort.

Und da gibt es einen Haken, den kaum jemand kennt: Im Französischen entscheidet die Zahl darüber, wovon man redet. L'après-ski im Singular ist die Zeit nach dem Skitag. Les après-skis im Plural sind Schuhe — die dick gefütterten Stiefel, die man nach dem Skifahren anzieht. Die Académie française führt in ihrem Wörterbuch sogar ausschließlich den Schuh.

Und weil es so schön ist: Auch im deutschen Duden steht die Kleidung an erster Stelle. Bedeutung eins ist dort die „sportlich-saloppe, modische Kleidung“, die nach dem Skilaufen getragen wird. Die Party kommt erst an zweiter Stelle.

Was in Österreich und Deutschland daraus geworden ist — Hütte, Musik, Lautstärke —, ist die eigene Erfindung. Das Wort und seine Grundbedeutung waren schon da.

Abriss-Ski, Abreschie, Apreski: wie das Wort im Deutschen zerfällt

Ein französisches Wort, das im Deutschen gesprochen, aber selten gelesen wird, hält sich nicht lange. Es wird gehört, nachgesprochen und irgendwann so geschrieben, wie es klingt. Sprachwissenschaftlich heißt das ein Verhörer — im Englischen Mondegreen, und jeder kennt es von falsch verstandenen Songtexten: „Agathe Bauer“ statt „I've got the power“. Setzt sich die verhörte Fassung als Schreibweise fest und wird dabei neu gedeutet, spricht die Sprachwissenschaft von einem Eggcorn.

Bei uns läuft das so ab: après-ski klingt gesprochen wie „a-prä-ski“. Wer das nie geschrieben gesehen hat, sucht sich deutsche Wörter, die so ähnlich klingen. Und das nächstliegende deutsche Wort ist — Abriss.

Wir sehen es an den Suchen, über die Leute bei uns landen: Jeden Winter kommen welche, die vorher nach „Abriss Ski“, „Abriss Ski Party“, „Abreschie“, „Apreski“, „Aperiski“ oder „Apre Ski“ gesucht haben. Keine davon ist die richtige Schreibweise. Verstanden wird trotzdem jede.

Die häufigsten Varianten, geordnet von nah dran bis weit weg:

  • Apres Ski — ohne Akzent, ohne Bindestrich. Die im Deutschen übliche Form, auch wenn sie streng genommen falsch ist.
  • Apres-Ski, Après Ski — Mischformen, bei denen jeweils eines von beidem fehlt.
  • Apreski, Apresski, Apre Ski — hier verschwindet die Worttrennung.
  • Aprés Ski — der Akzent zeigt in die falsche Richtung. Häufiger Fehler, siehe unten.
  • Abriss-Ski, Abriss Ski, Abreschie — hier hat das Ohr übernommen. Wobei „Abreschie“ hinten heraus sogar richtig liegt, dazu gleich mehr.

Warum ausgerechnet „Abriss“ so gut passt

Das Komische an dieser Verwechslung: Sie ergibt Sinn. „Abriss“ ist in der Jugend- und Umgangssprache ein eigenes Wort — in keinem der großen Wörterbücher verzeichnet, aber jedem geläufig: „Abriss machen“ heißt, richtig zu feiern, und eine Party, bei der alles gegeben wird, ist ein Abriss. Wer also „Abriss-Ski“ schreibt, beschreibt versehentlich ziemlich genau, was in manchen Hütten ab vier Uhr nachmittags passiert.

Uns gefällt diese Variante deshalb besser, als sie dürfte. Sie ist falsch, aber sie ist ehrlich.

Für unsere Sorte Nachmittag trifft sie es allerdings nicht. Der beste Teil vom Apres Ski ist nicht der Pegel, sondern dass alle vom selben Berg runterkommen und sich gegenseitig erzählen, was sie erlebt haben. Dafür braucht es keinen Abriss. Es braucht eine Runde, die gleichzeitig ansetzt. Vier Plätze, ein Kommando, fertig — den Rest macht der Tag, den alle hinter sich haben.

Après-Bike, Après-Sail: das Muster macht Schule

Weil „après“ so bequem funktioniert, hat sich das Muster im Deutschen verselbstständigt. Inzwischen gibt es das Wort auch dort, wo gar kein Schnee liegt:

  • Après-Bike — nach der Mountainbike-Tour. In Bikeparks tauchen „Aprés-Bike-Partys“ bereits im Veranstaltungsprogramm auf.
  • Après-Sail — an der Küste, wenn das Boot festgemacht ist. Die Segelpresse benutzt das Wort ganz selbstverständlich.
  • Dazu kommt, was auf Schildern und in Werbetexten auftaucht, ohne je in einem Wörterbuch gestanden zu haben — Après-Beach, Après-Hike, Après-Golf. Wörter, die es nur gibt, solange die Saison läuft. Beim Golf hat der deutsche Sprachgebrauch diesen Platz ohnehin längst vergeben: Dort heißt es „das 19. Loch“.

Das Präfix selbst ist im Französischen völlig normal und produktiv — après-vente, après-rasage, après-guerre. Deutsch ist nur diese besondere Anwendung: après plus Sportart, und gemeint ist die Geselligkeit danach. Dafür greifen die Franzosen zu anderen Wörtern.

Was alle diese Wörter gemeinsam haben: Sie beschreiben das, was danach mit den Leuten passiert, nicht die Sportart. Man hat etwas zusammen gemacht, und jetzt sitzt man zusammen. Deshalb lässt sich das Wort so leicht übertragen.

Wie andere Länder das Wort benutzen

Das französische Wort ist durch halb Europa gewandert, und jedes Land hat es ein bisschen anders behandelt:

  • Norwegen sagt „afterski“ — halb englisch, halb eigene Erfindung. Das französische „après“ ist dort die Ausnahme — im Marketing der Skigebiete taucht es auf, gesucht und gesagt wird afterski.
  • Italien sagt „après-ski“, also das französische Wort, und italianisiert es nicht. Das italienische doposcì gibt es zwar — es bezeichnet aber die Kleidung, im Plural die gefütterten Stiefel.
  • Die Niederlande gehen weiter als alle anderen: Dort ist aus dem Wort ein Verb geworden. Après-skiën wird ganz normal konjugiert — ik après-ski, wij après-skiën. Im Wörterbuch steht der Akzent, getippt wird er so gut wie nie.
  • Im Englischen ist das Wort Anfang der 1950er-Jahre angekommen, erstmals belegt 1951, und wurde nie umgebaut — geschrieben wird es allerdings auch dort ganz überwiegend ohne Akzent.
  • In den USA hat sich „apres“ sogar verselbstständigt: Après All Day heißt in Vail eine Veranstaltungsreihe und zugleich ein Podcast, All About Après eine Lifestyle-Marke, und die Après Govnr's Park ist eine Bar in Denver — mitten in der Stadt, meilenweit vom nächsten Lift.

Das Deutsche ist damit nicht die einzige Sprache, die das Wort umgeformt hat — aber die einzige, in der daraus ein komplett anderes Wort geworden ist.

Richtig schreiben, richtig sprechen

Korrekt ist „Après-Ski“ — mit Accent grave auf dem e und mit Bindestrich. So steht es im Duden, und eine Nebenform führt er nicht.

Der verräterischste Fehler ist nicht der fehlende Akzent, sondern der verdrehte: „Aprés“ mit Accent aigu, also dem Strich nach rechts. Im Französischen entscheidet die Richtung über den Klang. Der Accent grave (è) macht ein offenes ä, der Accent aigu (é) ein geschlossenes e. „Aprés“ würde man also „a-pree“ sprechen — und das sagt niemand.

Gesprochen heißt es „a-prä-schie“ — das s in „après“ bleibt stumm, und „Ski“ wird im Deutschen ohnehin „Schi“ gesprochen. Der Duden transkribiert genau so: [ˈaprɛʃiː]. Damit trifft ausgerechnet „Abreschie“ in der zweiten Hälfte die korrekte Aussprache. Verhört ist nur das „Ab“ am Anfang. Ausführlicher steht das mit allen Varianten im großen Apres-Ski-Ratgeber.

Und noch eine Beobachtung aus dem Alltag: Auf einer Hüttenterrasse hat sich noch nie jemand über einen falschen Akzent beschwert. Geschrieben wird das Wort ohnehin fast nur von Leuten, die etwas verkaufen wollen — auf Schildern, Plakaten und in Shops wie unserem. Genau deshalb halten sich die falschen Schreibweisen so hartnäckig: Wer es richtig schreiben müsste, schreibt es selten, und wer es täglich sagt, schreibt es nie.

Warum wir „Apres Allstars“ heißen — ohne Akzent

Die Frage kommt öfter, als man denkt, deshalb hier die Antwort: Wir schreiben uns bewusst ohne Akzent. Ein Markenname, den niemand auf der Tastatur findet, ist kein guter Markenname — und ein Akzent, der in der Hälfte aller Systeme zu einem Fragezeichen wird, ist ein praktisches Problem und kein Stilmittel.

Der zweite Teil ist uns wichtiger. „Allstars“ kommt daher, wie dieser Sport funktioniert: Skifahren ist ein Individualsport, bei dem man trotzdem dauernd gesehen wird. Über dir sitzen Leute im Lift, die nichts zu tun haben und nach unten schauen — jeder fährt die Passage unter dem Lift ein bisschen anders als den Rest. Damit ist auf dem Berg jeder ein kleiner Held: der, der den Steilhang genommen hat, der, der ihn umfahren hat, und der, der beim Aussteigen umgefallen ist, sowieso.

Apres Ski ist der Ort, an dem dieses Heldensein danach gemeinsam gefeiert wird. Deshalb heißen wir Apres Allstars, und deshalb bauen wir Dinge, die man allein nicht benutzen kann — den SwigSki3000® zum Beispiel, oder die Skischuh-Gläser mit Bindung, die man sich um den Hals hängt.

Die ganze Geschichte dazu — Alm im Chiemgau, eigener Lift, ISPO 2020 — steht im Artikel über die Entstehung des Apres-Ski.

Häufige Fragen

Was heißt „après“ auf Deutsch?

„Après“ ist das französische Wort für „nach“. Es steckt in vielen Ausdrücken: après-midi ist der Nachmittag, après-demain ist übermorgen, après-rasage das Aftershave. „Après-Ski“ heißt entsprechend wörtlich „nach dem Ski“.

Heißt es Abriss-Ski oder Apres Ski?

Richtig ist „Après-Ski“, abgeleitet vom französischen Wort für „nach“. „Abriss-Ski“ ist ein Verhörer: Das gesprochene „a-prä-ski“ klingt für deutsche Ohren nach „Abriss“, und weil „Abriss machen“ im Partyslang ohnehin feiern bedeutet, hat sich die falsche Variante festgesetzt.

Wie schreibt man Apres Ski richtig?

Korrekt ist „Après-Ski“ mit Accent grave und Bindestrich, so steht es im Duden. Im Alltag setzt sich „Apres Ski“ ohne beides durch. Wirklich daneben liegt nur „Aprés“ mit dem Akzent in die andere Richtung, weil der die Aussprache des e umdreht.

Was bedeutet „après-midi“?

Après-midi ist der französische Nachmittag, wörtlich „nach dem Mittag“ — und „midi“ selbst kommt von „Mitte des Tages“. Es ist dasselbe Wortmuster wie bei Après-Ski: „après“ plus die Sache, nach der etwas kommt.

Sind Après-Ski und Après-Ski-Schuhe dasselbe?

Das Französische kennt beide Bedeutungen, und die Zahl entscheidet: „l’après-ski“ im Singular ist die Zeit nach dem Skitag, „les après-skis“ im Plural sind die gefütterten Stiefel. Die Académie française führt sogar nur den Schuh. Die laute Hüttenversion ist die deutschsprachige Ausprägung.

Warum heißt Apres Allstars nicht Après Allstars?

Weil ein Markenname tippbar sein muss. Der Accent grave verschwindet in vielen Systemen oder wird zum Fragezeichen — im Namen ist er ein praktisches Problem. Im Fließtext schreiben wir ihn, wo er hingehört.

Quellen & Stand

Recherchestand September 2026. Schreibweise, Aussprache und Wortart von „Après-Ski“ nach Duden. Wortherkunft (spätlateinisch ad pressum, „tout près“) nach dem CNRTL. Die französischen Beispielwörter und die beiden Bedeutungen von après-ski — Zeit nach dem Skitag im Singular, gefütterte Stiefel im Plural — nach Larousse, Le Robert, dem Wiktionnaire und dem Dictionnaire de l’Académie française, das ausschließlich den Schuh führt. Die Fachbegriffe Verhörer, Mondegreen und Eggcorn samt Beispiel „Agathe Bauer“ nach der sprachwissenschaftlichen Standardliteratur. „Abriss“ im Sinne von ausgiebigem Feiern ist umgangssprachlich und in keinem der großen Wörterbücher verzeichnet; belegt ist der Gebrauch über Jugendsprache-Sammlungen. Sprachvergleich: norwegisch afterski nach Det Norske Akademis ordbok, italienisch doposcì nach Treccani, niederländisch après-skiën nach dem Algemeen Nederlands Woordenboek, der englische Erstbeleg (1951 beziehungsweise 1954) nach Merriam-Webster und dem Oxford English Dictionary. Die genannten Falschschreibungen stammen aus den Suchanfragen, über die Leser tatsächlich auf unseren Seiten landen (Google Search Console, eigene Daten, rollierende zwölf Monate). Alles zur eigenen Marke und Geschichte ist eigene Erfahrung.